GLP-Stammtisch

Der FC Aarau braucht ein neues Stadion - auch die Stadt Aarau?

Medienmitteilung glp-Stammtisch zum Stadionprojekt

Am Montag 20.08.2018 konnten rund 20 interessierte Gäste am politischen Stammtisch der Grünliberalen mit Verantwortlichen des FCA über das Stadionprojekt diskutieren. Passend zum Thema fand der Anlass im Restaurant Sportplatz statt. Dass FCA-Sportchef Sandro Burki und FCA-Verwaltungsrat Peter Zubler Red und Antwort standen, hat sicher mitgeholfen, dass trotz des sonnigen Abends viele Interessierte am monatlichen Stamm teilnahmen.

Lange Geschichte des Stadions

Peter Zubler erinnerte in seinem kurzen Einführungsreferat, dass es sich beim Stadionprojekt um ein bald 20-jähriges Unterfangen handelt. Bereits 2000 wurde das erste Projekt «Mittellandpark» geplant, welches 2005 am Nein der Aarauer Stimmbevölkerung für eine Kostenbeteiligung über 25 Millionen Franken scheiterte.
Die Stadt hielt am Standort Torfeld Süd fest und gleiste mit der Firma HRS ein neues Projekt auf, das kleiner war und mit einem Einkaufszentrum auch eine Mantelnutzung umfasste. 2008 stimmte die Bevölkerung dem neuen Stadion zu, 2010 wurde die allgemeine Nutzungsanpassung genehmigt und auch der Regierungsrat genehmigte 2011 den Gestaltungsplan. Ein hartnäckiger Einsprecher zog allerdings seine Beschwerden bis vor Bundesgericht weiter, welches aber 2013 die Beschwerden abwies.
Auch gegen die Baubewilligung wurde bis zum Bundesgericht Beschwerde geführt aber ebenfalls 2016 abgewiesen. Endlich wurde die Baubewilligung für ein Stadion mit 10'000 Plätzen und einer Mantelnutzung durch den Stadtrat bewilligt.

Querfinanzierung für Stadion notwendig

Erfahrungsgemäss kostet ein Stadionbau in dieser Grössenordnung ca. 70 Millionen Franken. 36 Millionen, also rund die Hälfte würden durch Stadt, Kanton, Ortsbürger, HRS und FCA finanziert, für den restlichen Betrag war eine Quersubventionierung durch die Mantelnutzung geplant. Da sich das wirtschaftliche Umfeld in der Zwischenzeit gewandelt hat und die Erträge von Gewerbe- und Verkaufsflächen drastisch eingebrochen sind, wird die vorgesehene Mantelnutzung als nicht mehr tragfähig erachtet. Man kann schlicht keinen Mieter für das Einkaufszentrum finden.
Bei der Suche nach einem Plan B zeigte sich rasch, dass die neue Lösung mit den Hochhäusern die beste Alternative ist.
Der Stadionbau und der Betrieb werden durch das neue Projekt günstiger, da kein Einkaufszentrum unter dem Stadion gebaut werden muss. Zudem muss die Stadt Aarau, wenn sie denn wie vom Kanton vorgesehen wachsen soll, sowieso verdichtet bauen um genügend neuen Wohnraum zu schaffen. Man macht also quasi aus der Not eine Tugend.

Der FC Aarau braucht das Stadion

Auf die Frage warum denn der FCA überhaupt ein Stadion in dieser Grössenordnung benötigt, brachten Burki und Zubler zahlreiche Argumente ein: Einerseits hat der Verein aktuell eine Ausnahmebewilligung für das Brügglifeld und muss Auflagen vom Fussballverband erfüllen, um überhaupt in der Challenge bzw. dereinst in der Super League spielen zu dürfen. Zudem wird der Fussball immer professioneller. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, müssen mehr Gelder generiert werden, dies könnte dank dem neuen Stadion gelingen, denn so könnte der FCA den bestehenden Sponsoren bessere Angebote unterbreiten und allenfalls auch neue Geldgeber gewinnen. Ohne neues Stadion ist also Fussball auf Profiniveau in Aarau nicht mehr realistisch.

Profifussball wichtig für die Identifikation

Für viele Jugendliche würden ohne Profifussball Vorbilder zum nacheifern fehlen. Beim FCA spielen rund 300 Junioren leistungsmässig Fussball. Sie kommen nicht nur aus Aarau sondern aus dem ganzen Kanton, denn der FCA ist hauptverantwortlich für die Teams Aargau (U16 und U18), einem gemeinsamen Projekt mit dem FC Wohlen und FC Baden. Ziel ist es, noch mehr einheimische Spieler in die 1. Mannschaft zu bringen.
Der FCA trägt daher auch viel zur Identitätsbildung bei und bietet Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.
Auch als Arbeitgeber ist der FCA ein wichtiger Faktor, sowohl direkt, als auch indirekt bei Zulieferern.

Stabile Eintrittspreise in Aussicht gestellt

Die Befürchtung, dass die Eintrittspreise massiv steigen könnten, wurden glaubhaft zerstreut. Sportchef Burki wird sich dafür einsetzen, dass sich auch Jugendliche weiterhin ein Ticket leisten können damit möglichst viele Zuschauer ins neue Stadion kommen. Zubler ergänzt, dass die Eintrittsgelder lediglich rund ein Fünftel der jährlichen Einnahmen ausmachen. Sponsoring und Transfererlöse sind finanziell viel wichtiger.

Enger Zeitplan

FCA-Verwaltungsrat Zubler präsentierte auch den sehr ambitionierten Zeitplan. Bis September soll der neue Vertrag zwischen der Stadt Aarau und der HRS (Änderung Mantelnutzung) abgeschlossen sein und das neue Baugesuch eingereicht werden.
Voraussetzung ist auch eine Teiländerung des Nutzungsplans für das Stadion. Mitwirkung und allfällige Einsprachen sollen ab Oktober möglich sein. Die Änderung wird zudem voraussichtlich dem obligatorischen Referendum unterstellt. Die Volksabstimmung ist im Mai 2019 vorgesehen. Aus Erfahrung weiss der FCA, dass Einsprachen durchaus denkbar sind und den Zeitplan wohl um bis zu 2 Jahre verzögern könnten.

Diskussion zum aktuellen Formtief des FCA

Natürlich kam auch der Fehlstart in die neue Saison des FCA zur Sprache. Nach 4 Niederlagen hintereinander ist Sportchef Burki natürlich unzufrieden. Er betonte, dass die Ziele noch immer die gleichen sind und bat um Geduld. Er vertraue dem Trainer und dem Staff und ist überzeugt, dass sie die sportliche Wende schaffen werden.

Anwesende konnten überzeugt werden

Nach der intensiven Diskussion sprachen sich alle Anwesenden im Grundsatz für das neue Stadion aus. Vorbehalte gegenüber Details bestehen aber noch und man ist gespannt auf die konkrete Abstimmungsvorlage.